Parsa Marvi im Turtlezone Interview
#25

Parsa Marvi im Turtlezone Interview

Parsa Marvi ist Fraktions- und Parteivorsitzender der Karlsruher SPD und „Stimmenkönig“ des Karlsruhe Stadtrates. Sein nächstes, großes politisches Ziel ist das Bundestagsmandat. 2021 wird also auch für ihn ein spannendes Jahr mit einem Wahlkampf, der unter Umständen pandemiebedingt ganz anders ausfallen wird als gewohnt. Im Turtlezone-Interview sprechen wir über seinen Einstieg in die Politik mit 17 Jahren und seine politischen Herzensthemen. Wie beurteilt er die Chancen der SPD im Bund mit einem Kanzlerkandidaten Olaf Scholz und nach Jahren der für die Partei belastenden großen Koalition? Beim Sprung aus dem Wahlkreis in den Bundestag stellt sich natürlich auch immer die Frage: „Wie nah oder wie entfernt ist man denn im Berliner Politikbetrieb seiner politischen Heimat? Und repräsentiert man eher seinen Wahlkreis im Bundestag oder ist man umgekehrt vielmehr Botschafter und Vermittler bundespolitischer Entscheidungen bei den Wählern zu Hause?“ Oliver Schwartz befragt Parsa Marvi auch zur Digitalisierung und Zukunft der Arbeit und wie die Politik bei der rasanten Entwicklung der Arbeitswelten im digitalen Kontext fördernd oder regulierend handeln sollte.
Episode 025 v. 08.12.2020

Parsa Marvi war aktiver Teil der Gespräche der Karlsruher SPD mit dem Grünen, als es vor 8 Jahren darum ging einen gemeinsamen Kandidaten für die Oberbürgermeister-Wahl aufzustellen. Dieser Schulterschluss bereitete 2012 den Weg, um die CDU nach gefühlten Ewigkeiten abzulösen. Und soeben konnte sich Dr. Frank Mentrup über eine Wiederwahl mit über 52 Prozent der Stimmen freuen. Davon kann ein SPD-Kandidat im Bund natürlich nur träumen und auch die möglichen Konstellationen für Koalitionen sind noch völlig unklar, da außer der SPD noch keine Partei einen Kandidaten gekürt hat und damit auch die inhaltliche Arbeit und Positionierung zumindest ausgebremst ist. Natürlich habe ich Parsa Marvi danach gefragt und wollte wissen, ob sich die Sozialdemokraten insbesondere Friedrich Merz 2021 als Unionskandidat wünschen, wie realistisch ein Bündnis mit den Grünen ist und wer dabei Senior- und Junior-Partner wäre und wie es um das latent zickige bis toxische Verhältnis zur Linkspartei bestellt ist. Außerdem wollte ich von Parsa, der Informatik und Wirtschaftswissenschaften studiert hat und im Produktmanagement bei einem großen IT-Konzern arbeitet, wissen, wie er die deutsche Langsamkeit bei der Entdeckung des „Neuland“ und die Schwierigkeiten bei Digitalisierung und Infrastrukturausbau beurteilt. Er beantwortet auch die Frage, ob wie eine Digitalagentur brauchen, um Verantwortlichkeiten nicht im föderalen Konstrukt und zwischen Ressorts aufreiben zu lassen. Ein spannendes 45-Minuten-Gespräch mit einem engagierten Politiker, den es in die Bundespolitik zieht.