Für einige Jahre waren Wolfgang Haslinger und ich Kollegen in der IT-Industrie. Ich war damals schon auf Reisen in einigen afrikanischen Ländern gewesen, als ich hörte, dass er nach Südafrika ausgewandert ist. Lange vor TV-Reality-Soaps wie „Goodbye Deutschland!“ fand ich es schon immer spannend und mutig, einen solchen Schritt zu wagen. Denn es ist eine Sache, als „Expat“ im Ausland zu leben und zu arbeiten, also entweder für eine deutsche Company tätig zu sein oder mit einem guten Job im Zielland den Schritt zu wagen. Jedoch sein eigenes Business fern von der Heimat aufzubauen, habe ich mir immer sehr viel schwerer vorgestellt. Im Gegensatz zu manchen TV-Auswanderern ist Wolfgang diesen Schritt nicht völlig unvorbereitet gegangen. Dennoch war es eine vergleichsweise spontane Entscheidung und Reaktion auf eine wenig motivierende Jobsuche nach dem Zusammenbruch eines letzten Arbeitgebers. Und auch Wolfgang erzählt mir im Talk sehr offen, dass er nicht ahnte, welchen langwierigen bürokratischen Weg er in Südafrika gehen musste. Seine heutige Frau bietet deutschen Auswanderen Beratungshilfen an, die er selber nicht hatte. Ohne Berater und Anwälte hat er sich selber durchgebissen und seinen Lebenstraum verwirklicht. Und auch in Zeiten der Corona-Pandemie kann ihn nichts mehr so leicht erschüttern. Er erzählt von einem der wohl weltweit härtesten Lockdowns, der derzeit langsam wieder etwss gelockert wird. In der frühlingshaften Atmosphäre der einsetzenden Monate des afrikanischen Winters hat er sich viel Zeit genommen für ein spannendes Interview.
Wolfgang Haslinger im Turtlezone Interview
Wolfgang Haslinger lebt und arbeitet in Südafrika, in der Nähe von Kapstadt. Nach einigen Jahren der Karriere in der deutschen IT-Industrie entscheidet er sich nach dem Platzen der „Dot-Com-Blase“ vor 18 Jahren für das Abenteuer Südafrika und gründet ein eigenes Guesthouse mit einem tollen Blick auf den Tafelberg. Die „Cape Oasis“ ist sein eigenes Traumhaus und mittlerweile hat er den Permanent Resident Status. Doch die Corona-Pandemie bedeutet auch für ihn einen jähen Einbruch der Umsätze und ein Ausbleiben der Gäste. Denn Südafrika erlässt nicht nur einen Einreisestopp sondern verfügt auch rigide Schutzmaßnahmen. Im Turtlezone Talk gibt uns Wolfgang einen Einblick in das Leben in Südafrika, lässt uns an seiner Auswanderer-Geschichte teilhaben und erklärt, welche rechtlichen und bürokratischen Hürden es zu überwinden gilt, um 10.000 Kilometer entfernt von Deutschland ein Business zu starten und eine neue Heimat zu finden. Natürlich sprechen wir auch über die afrikanische Gelassenheit, kulinarische Spezialitäten und Reisetipps rund um das Kap der guten Hoffnung. Aber auch über Rassismus und Kriminalität in einem Urlaubsparadies, dass die Rassentrennung und Unterdrückung großer Bevölkerungsgruppen erst vor 26 Jahren überwunden hat.
Episode 021 v. 18.06.2020